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Charlotte Wolff wurde am 30. September 1897 in Riesenburg, Westpreußen geboren und starb am 12. September 1986 in London. Sie studierte u.a. in Berlin Philosophie und Medizin.

Nach ihrem praktischen Jahr als Ärztin am Rudolf-Virchow-Krankenhaus setzte sie ihre ärztliche Tätigkeit als stellvertretende Direktorin an einer Klinik für Familienplanung-, Schwangerschaftsfürsorge und Schwangerschaftsverhütung der Allgemeinen Krankenkasse Berlin fort. Als Jüdin konnte sie diese Position bald nicht mehr bekleiden, so daß sie bis zu ihrer endgültigen Entlassung 1933 in einem Institut für elektro-physikalische Therapie in Neukölln arbeitete.

Die kurzzeitige Inhaftierung durch die Gestapo im Februar 1933 – sie wurde als Spionin und als Frau in Männerkleidung festgenommen - gab den Ausschlag für ihre Emigration nach Frankreich (Mai 1933).

Im Jahr 1936 flüchtete Charlotte Wolf - auf Veranlassung von Aldous und Maria Huxley - nach London, wo sie 1951 eine eigene Praxis eröffnete. Mit ihren wissenschaftlichen Veröffentlichungen erlangte sie schon bald in Fachkreisen hohe Anerkennung.

Im Jahr 1939 legte Charlotte Wolff ihre deutsche Staatsangehörigkeit ab. 1947 nahm sie die britische Staatsangehörigkeit an. Oft bezeichnete sich Charlotte Wolff in Folge als „internationale Jüdin mit einem britischen Paß“. 1978 betrat sie zum ersten Mal seit ihrer Vertreibung wieder deutschen Boden.

Seit 1997 trägt unser Kolleg ihren Namen. Christa Wolf hielt die Laudatio. Mit dieser Namensgebung soll das Lebenswerk der jüdischen kämpferischen Emigrantin in Männerkleidung vor der Vergessenheit bewahrt werden.